Selbsthilfe entsteht zuerst dort wo sie gebraucht wird: vor Ort. Betroffene schließen sich zusammen um sich gegenseitig zu helfen und ihre eigene Situation proaktiv zu verbessern. Bei PFAD sind dies bundesweit unzählige Ortsgruppen.

Ortsgruppen sind die ersten Ansprechpartner:innen, wenn es Fragen oder Probleme gibt. Die Familien kennen sich häufig persönlich und die Beteiligten wissen über die Gegebenheiten vor Ort, bspw. die Beratungsstellen vor Ort, Kindergärten und Schulen usw.

Warum sind gemeinsame Veranstaltungen und Aktivitäten so wichtig für Adoptiv- und Pflegefamilien? Die gemeinsame Zeit und der geschützte Raum hat mehrere positive Effekte. Häufig wird ein Rahmen geschaffen in dem sich alle Familienmitglieder untereinander austauschen können – das gilt nicht nur für die Erwachsenen sondern auch für die Kinder und Jugendlichen. Vor allem die kleineren Familienmitglieder erleben, dass es noch viele andere Adoptiv- oder Pflegekinder gibt, die genauso sind wie sie selbst. Freizeiten schaffen positive Erlebnisse und Momente und können eine Auszeit von dem stressigen (Familien-)Alltag sein. Ehemalige Pflege- und Adoptivkinder berichten rückblickend von sehr positiven Erinnerungen. Neben Auszeiten können Seminare und Workshops die Familien weiter befähigen und nützliches Wissen vermitteln. Unterschiedliche Regelungen und Leistungen/Sätze machen das System der Kinder- und Jugendhilfe für Nicht-Fachkräfte an der einen oder anderen Stelle doch etwas undurchsichtig.

Seit 2023 gibt es den bundesweiten Aktionstag für Adoptiv- und Pflegefamilien. Aus organisatorischen Gründen ist er in diesem Jahr vor Ort ausgefallen – doch die notwendige Sichtbarkeit und die Vernetzung soll nicht gänzlich ins Wasser fallen. Aus dem Gedanken ist der Aktionstag-Wettbewerb entstanden. Mit dem Wettbewerb wollen wir das Engagement unserer Ortsgruppen und das was sie leisten, noch sichtbarer machen. Wir wollen zeigen: Es gibt unglaublich viele kreative und herzliche Veranstaltungen, die von Ortsgruppen organisiert werden.

Die Ausschreibung war einfach: Zeigt uns eure Aktionen. Erzählt uns, was ihr für und mit Euren Pflege- und Adoptivfamilien gemacht habt. Wir haben Einreichungen bekommen, bei denen man gemerkt hat: Hier haben Menschen Zeit, Energie und viel Herzblut investiert.

Im nachfolgenden stellen wir die vier Gewinner vor:

  • besteht seit 2016

  • Anzahl der Mitglieder: 60 Familien

  • Aktivität: SIPA meets das tiergestützte Wolkenmobil am 12.06.2026

  • Beschreibung: Schnecken, Schafe, Ziegen, Hunde, Meerschweinchen und Co helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht auch, ganz neue Seiten an sich zu entdecken. Kinder haben erfahren, dass sie nicht die einzigen Pflegekinder sind, sie konnten verschiedene Hoftiere kennenlernen und bei der Versorgung unterstützen. Der Nachmittag zeigte: auch wenn vielleicht sonst der Alltag schwer ist, dürfen ein paar Stunden auf dem Wolkenhof leicht und inspirierend sein und … Tiere sind die besten Therapeuten.

  • Gewinn für die Gruppe: Workshop mit Nadine Zimmermann zu Selbstfürsorge und Resilienz. Im Workshop geht es um die Frage, wie Eltern ihre Kinder stark begleiten können, ohne selbst auszubrennen. Praktische Impulse und konkrete Strategien helfen dabei, die eigene Kraft und Balance zu bewahren.

  • besteht seit 1986 / seit 40 Jahren

  • Anzahl der Mitglieder: 80 Mitgliedsfamilien

  • Aktivität: Ukulele-Workshop für Kinder und Jugendliche am 05.07.2026

  • Beschreibung: Im Juli haben 17 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren mit ihren Eltern an einem Workshop für den Bau einer Ukulele teilgenommen. Thomas Ochs, Gitarrenbaumeister aus Kemmern, leitete durch den Workshop. Aus einem Bausatz, den freundlicherweise das Musikhaus Thomann zur Verfügung gestellt hat, baute jedes Kind seine eigene Ukulele. Auch wenn das Zusammenbauen der Ukulelen viel Konzentration und Genauigkeit forderte, waren die Teilnehmer mit Elan und Begeisterung bei der Sache dabei. Die Ukulelen konnten kreativ bemalt oder lackiert werden. Zum Abschluss ging es in die Eisdiele. „music2me“ stellte zusätzlich jedem Teilnehmenden des Kurses einen Gitarren-Online-Kurs zur Verfügung.

  • Gewinn für die Gruppe: Ein Zirkus-Erlebnistag mit Benjamin Bothe. Ein Tag voller Bewegung, Kreativität und gemeinsamer Erlebnisse. Kinder und Eltern können sich beim Jonglieren, in der Akrobatik, bei Clownerie, Feuerkunst und weiteren Zirkuskünsten ausprobieren. Ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis für die ganze Ortsgruppe.

  • besteht seit 1996 / seit 30 Jahren

  • Anzahl der Mitglieder: 70 Familien

  • Aktivität: ein Familienwochenende “PFAD goes Herry Potter” am 13.03.2026

  • Beschreibung: Ein gemeinsames Wochenende auf der Burg Schwaneck stand ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Zusammenhalt und unvergesslichen Erlebnissen. Nach einem Frühstück besuchte die Gruppe die Sonderausstellung „Kinder am Nil“ im Ägyptischen Museum. Beim Kreativ-Workshop gestalteten die Kinder mit großer Begeisterung ihr eigenes Sennetspiel. Gemeinsam wurde die Burg erkundet und den Tag ließ man bei einem fröhlichen Spieleabend voller Lachen und Miteinander ausklingen. Am Sonntag wartete im Wildpark Poing das nächste Abenteuer: Mit einer Rangerin konnte Blasrohrschießen ausprobiert werden, es wurden Rehe, Ziegen und Mufflons gefüttert, Jungtiere bestaunt und eine spannende Bärenfütterung angeschaut. Der große Abenteuerspielplatz bildete den krönenden Abschluss.

  • Gewinn für die Gruppe: Online-Workshop mit Birgit Lattschar zu Biographiearbeit. Unter dem Titel „Die richtigen Worte finden – Mit aufgenommenen Kindern über ihre Geschichte ins Gespräch kommen“ vermittelt die erfahrene Pädagogin und Autorin praxisnahe Methoden der Biografiearbeit. Vorgestellt werden unter anderem das Lebensbilderbuch und der Lebensbrief als wertvolle Werkzeuge für Pflege- und Adoptivfamilien.

  • besteht seit 2019

  • Anzahl der Mitglieder: 39 Mitgliedsfamilien

  • Aktivität: ein Begegnungs- und Unterstützungsangebot am 10.05.2025

  • Beschreibung: Im Jahr 2025 hat die Gruppe zweimal die Fortbildung „FASD und Deeskalation – Anders denken“ durchgeführt. Besonders hervorzugeben ist, dass mehrere Jugendämter überzeugt werden konnten, die Teilnahme ihrer Pflegefamilien finanziell zu unterstützen oder vollständig zu übernehmen. Darüber hinaus arbeitet die Gruppe eng mit Partnern wie der FASD Selbsthilfegruppe Düren zusammen und vernetzt Selbsthilfe, Fachkräfte und öffentliche Jugendhilfe. Ziel ist es, Familien nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern ihnen dauerhaft ein tragfähiges Netzwerk und das Gefühl zu geben, mit ihren Herausforderungen nicht allein zu sein.

  • Gewinn für die Gruppe: Um das Wissen weiterhin auszubauen möchten wir Euch mit einem umfangreichen Buchpaket für die Vereinsbibliothek unterstützen

Als Bundesverband sind wir stolz und dankbar für unsere Ortsgruppen, die jeden Tag dafür sorgen, dass unser Verband mehr ist als ein Name auf einem Briefkopf. Dass er lebendig ist. Dass er wirkt.

Auf unserer Webseite gibt es unter Mitgliedsorganisationen eine Übersicht der PFAD-Organisationen. Wenn jemand keine Ortsgruppe vor Ort hat und Interesse eine eigene Gruppe zu organisieren, meldet euch gerne bei uns unter info@pfad-bv.de oder über unser Kontaktformular auf der Webseite.

Hier gibt es alle Informationen zum 50. Jubiläum des PFAD Bundesverbandes

Christopher Vedder

Autor: Christopher Vedder
Vorstand Finanzen des PFAD Bundesverbandes seit 2023
Pflegevater

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