Autor*in: Regina Iglauer-Sander
Herausgeber: Richard Boorberg Verlag
Erscheinungsdatum: 2026
ISBN: 978-3-415-07744-7
Seitenzahl: 264

 

Schon am Titel wird erkennbar, dass sich bei diesem Buch nicht um Ratgeber-Lektüre für Pflege- und Adoptivfamilien handelt. Der Verfasser, Dr. Christoph Keller, M.A., ist leitender Polizeidirektor sowie Abteilungsleiter und Dozent an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Münster. Sein Leitfaden für polizeiliches Handeln gliedert sich in die im Titel genannten drei Themenfelder: Häusliche Gewalt (Teil 1), Stalking (Teil 2) und Gewaltschutzgesetz (Teil 3). Das Praxisbuch erläutert die Formen von häuslicher Gewalt und Stalking sowie die möglichen Gegenmaßnahmen von Polizei und Justiz. Darüber hinaus befasst sich das Werk mit allen Aspekten des Gewaltschutzgesetzes (GewSchG).

Da in Pflegefamilien häufig auch Kinder aus Familien leben, in denen sie häusliche Gewalt erlebt haben, fand ich das Buch trotzdem interessant. Nicht alle Teile haben Pflegeeltern etwas zu sagen, doch gerade wenn Kinder aus Hochrisiko-Familien stammen, findet man nützliche Informationen darüber, was unter die Begriffe „häusliche Gewalt“ und „Stalking“ fällt, welche Gegenmaßnahmen die Polizei bei häuslicher Gewalt oder Stalking zum Einsatz bringt und worauf eine Pflegefamilie vorbereitet sein muss, wenn sie selbst (ob berechtigt oder nicht berechtigt) in den Fokus von Vorwürfen dieser Art gerät.

Dieses Fachbuch gehört zwar nicht zur Pflichtlektüre von Pflege- und Adoptiveltern, ist jedoch aufgrund seines hohen Informationsgehalts empfehlenswert für Fachkräfte, die ggf. mit Familien in Berührung kommen, in denen Themen wie häusliche Gewalt, Stalking oder Schutz vor Gewalt besprochen werden müssen.

 

Rezension von Christiane Kehl

Der Beitrag Christoph Keller – Häusliche Gewalt, Stalking und Gewaltschutzgesetz. Leitfaden für polizeiliches Handeln erschien zuerst auf pfad-bv.de.

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