Der PFAD Bundesverband feiert fünf Jahrzehnte Engagement für Pflege- und Adoptivkinder und ihre Familien – Vertreter*innen aus Politik, Fachwelt und Selbsthilfe richten den Blick zugleich auf die Herausforderungen der kommenden Jahre.
Berlin, 10. September 2026 – Seit 50 Jahren setzt sich der PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e. V. in Deutschland für die Interessen von Pflege- und Adoptivkindern und ihren Familien ein. Mit einem Festakt in Berlin würdigt der Verband am 14. September fünf Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement, Selbsthilfe und politische Interessenvertretung. Gemeinsam mit Delegierten der PFAD Ortsgruppen und Landesverbände sowie Gästen aus Politik und Fachwelt geht der Bundesverband dabei auch der Frage nach, was Pflege- und Adoptivkinder und ihre Familien heute und in Zukunft brauchen.
Am 27. März 1976 gründeten engagierte Pflege- und Adoptiveltern in Münster den PFAD Bundesverband. Ihr Anliegen: Erfahrungen miteinander teilen, Wissen weitergeben und den Interessen von Kindern und Familien gemeinsam eine stärkere Stimme geben. Aus dieser Initiative ist ein bundesweites Netzwerk entstanden, das die Perspektiven von Pflege- und Adoptivfamilien in politische und fachliche Debatten einbringt, Familien berät, Wissen vermittelt und die Selbsthilfe vor Ort stärkt.
„50 Jahre PFAD sind 50 Jahre gelebte Selbsthilfe, fachliche Kompetenz und politische Interessenvertretung. Pflege- und Adoptivfamilien geben Kindern Sicherheit, Zugehörigkeit und stabile Beziehungen. Damit sie diese Aufgabe gut erfüllen können, brauchen auch sie verlässliche Unterstützung und fachliche Rahmenbedingungen, die ihrer besonderen Lebenssituation gerecht werden. Unser Jubiläum ist deshalb nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft“, sagt Ulrike Schulz, Vorsitzende des PFAD Bundesverbandes.
Von der Verbandsgeschichte zu den Herausforderungen der Zukunft
Der Festakt am 14. September 2026 spannt den Bogen von der 50-jährigen Geschichte des Verbandes über die heutige Bedeutung von Pflege- und Adoptivfamilien bis hin zu den Herausforderungen und Perspektiven der kommenden Jahre. Dabei kommen Stimmen aus Verband, Politik, Fachwelt und der Lebenswirklichkeit von Pflege- und Adoptivkindern und ihren Familien zusammen. Moderiert wird die Veranstaltung von der Berliner Journalistin Sarah Oswald.
Für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend spricht Frau Unterabteilungsleiterin Ministerialdirigentin Dr. Heike Schmid-Obkirchner ein Grußwort. Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, würdigt die Arbeit des Verbandes ebenfalls mit einem Grußwort.
Einen persönlichen Einblick gewährt SPD-Abgeordnete des Bundestags und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales Katja Mast in ihrer Keynote, bei der sie als Pflegemutter auch auf das private und politische Erleben der Themen rund um Kinder in Pflege- und Adoptivfamilien eingehen wird.
Mit einem fachlichen Ausblick auf die kommenden Jahre beschäftigt sich Dr. Susann Burchardt, Leiterin der AG Pflegekinderhilfe der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter und Grundsatzreferentin für Kinder- und Jugendhilfe im Sozialministerium Schleswig-Holstein. Im Mittelpunkt steht die Frage, vor welchen Herausforderungen die Kinder- und Jugendhilfe in den nächsten Jahren stehen wird und wie sie diesen begegnen kann.
Die Perspektive von Kindern und Familien im Mittelpunkt
Neben Politik und Fachwelt stehen beim Jubiläum vor allem die Erfahrungen der Menschen im Mittelpunkt, um die es PFAD seit seiner Gründung geht. Pascal Hofmann, Autor, Speaker, Erzieher und ehemaliges Pflegekind, liest aus seinem Buch „Ich bin nicht anders. Ich bin stärker!“ und spricht darüber, was Pflegekindern Hoffnung, Halt und Stärke geben kann.
Gewürdigt wird auch das ehrenamtliche Engagement innerhalb des Verbandes. Mit dem Aktionstag-Preis zeichnet PFAD erstmalig herausragende Angebote seiner Ortsgruppen aus, die Gemeinschaft, Unterstützung und besondere Erlebnisse für Pflege- und Adoptivfamilien ermöglichen. Ausgezeichnet werden Gruppen aus Stade (Niedersachsen), Bamberg und Regensburg (Bayern) und Stolberg (NRW).
Das Wohl der Kinder hat der PFAD Bundesverband immer im Blick und schaut daher im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten nicht nur auf bisherige Meilensteine und Erfolge, sondern auch in die Zukunft. So wird Thema sein, wie PFAD auch in den kommenden Jahren die Erfahrungen von Pflege- und Adoptivfamilien bündeln, ihre Interessen auf Bundesebene vertreten und Selbsthilfe und Vernetzung weiter stärken wird. Auf diese Weise will der Verband dazu beitragen, dass die Bedürfnisse und Rechte von Pflege- und Adoptivkindern in politischen Entscheidungen konsequent berücksichtigt werden – und damit weiterhin eine starke Stimme für die Kinder in Pflege- und Adoptivfamilien bleiben.
Zu den prominenten Unterstützerinnen des PFAD Bundesverbandes im Jubiläumsjahr gehört auch die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin Janine Kunze, die selbst in einer Pflegefamilie aufgewachsen ist und von dieser adoptiert wurde. Einen Besuch der Jubiläumsfeier konnte sie zwar nicht einrichten, schickt aber Glückwünsche und Grüße in einer Videobotschaft.
Über den PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Deutschland e. V.
Der PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien setzt sich für die Rechte, Bedürfnisse und das Wohlergehen von Pflege- und Adoptivkindern und ihren Familien ein. Der gemeinnützige Verband vereint mehr als 50 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt mehr als 2.400 Mitgliedsfamilien. Er berät Pflege- und Adoptivfamilien, bietet Fortbildungen und Vernetzungsmöglichkeiten, stärkt die Selbsthilfe vor Ort und vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Fachwelt und Öffentlichkeit.
PFAD Medieninformation vom 10.09.2026 (pdf)
Der Beitrag 50 Jahre PFAD: Festakt in Berlin setzt Zeichen für starke Pflege- und Adoptivfamilien erschien zuerst auf pfad-bv.de.